Mit dem Microsoft Windows Tablet-PC besser und vor allem papierfrei (!) coachen

AC-Situation 1

Nach meinen ersten vier Beiträgen (1, 2, 3, 4) zur Reihe ”Coaching und Moderation: Ankunft im digitalen Zeitalter” konnte ich für den fünften meinen Kollegen Michael Lüdeke als Gastautor gewinnen. Michael setzt in seinen Coaching-Gesprächen einen Tablet-PC der Slate-Bauweise mit Microsoft Windows ein und berichtet von seinen sehr positiven Erfahrungen damit. Leg los, Micha!

Michael Lüdeke: Ich möchte heute über eine grundlegende und dennoch effektive und effiziente Nutzung von Tablet-PCs im Coaching-Kontext berichten. Ich benutze dazu einen Tablet-PC mit Windows XP Tablet PC Edition 2005. Das etwas in die Jahre gekommene LE1600 von Motion Computing hat in meinen Sitzungen mehrere kleine Nutzen bringende Aufgaben, die ich meist mit der standardmäßig installierten Software Windows-Journal umsetze. Unter anderem:

  • Vorbereitung: Gedanken, Ideen, kritische Fragen, evtl. anzusprechende Themen für die Sitzung können alle im Vorhinein festgehalten werden. Wenn zwischen den Sitzungen noch Telefon- oder Emailkontakt bestand, können Wünsche des Klienten natürlich auch in die eigenen schon aufgeschriebenen Gedanken eingeflochten werden.
  • Notizen während und nach der Sitzung: Ich bin der Typ Coach, der gerne mitschreibt, um auch bei weit auseinander liegenden Sitzungen schnell wieder in die Thematik des Klienten hineinzufinden. Das Schöne am Windows-Journal: Notizen können umsortiert, verschoben, via drag & drop geclustert werden, sind farblich markierbar und lassen sich so nicht nur vorher, sondern auch während einer Sitzung und im Nachgang noch nach dem eigenen Geschmack aufbereiten. Auf dem Tablet schreibe ich handschriftlich mit. Möglich ist alles, was man auch mit Stift und Papier machen könnten, also zum Beispiel Schaubilder zum gegenseitigen Verständnis aufzumalen, zu skizzieren und bei Bedarf nachzuschärfen. Oder ich kann im Nachgang überprüfen, was geplant war und was davon umgesetzt worden ist (Abgleich von IST und SOLL).
  • Multimedia: Über die Software Windows-Journal hinaus bietet das Tablet mir auch die Möglichkeit, im Hintergrund Erklärungsmodelle oder auch einen kurzen Evaluationsbogen für die Coachingsitzung bereit zu halten. Cartoons mit Weisheiten oder Sprüchen (mehr wert als tausend Coaching-Worte!) geben dem Klienten die Möglichkeit, eine Theorie oder einen Hintergrund genauer und vereinfachter zu erfahren und sich das Erklärte besser zu merken. Man kann ebenfalls Audio- und Videodateien einbinden, um bestimmte Diskussionspunkte oder Themen zu verdeutlichen (z.B. das von mir gerne genutzte “Gorilla-Video“, dass den “Effekt der selektiven Wahrnehmung” aufzeigt).
  • Immer alles dabei: Gerade auch für Coaching-Anfänger ist es sehr hilfreich, dass diese mit dem Tablet-PC bei Bedarf Formate, mit denen sie noch nicht so sicher sind oder die sie schon lange nicht mehr angewendet haben, einen Ablaufplan, Prozessschritte oder auch Fragen z.B. als pdf hinterlegen und darauf bei Bedarf während einer Sitzung zugreifen können. Der Klient sieht den Coach als protokollierenden und mitschreibenden Partner, während dieser die Sicherheit hat, notfalls alles nachschlagen zu können.

Fazit: mit dem Tablet sind viele Dinge parallel ausführbar, schnell zur Hand und vor allem auch im Nachgang leicht zu archivieren, zu teilen und auch zu späteren Zeitpunkten abrufbar. Papier, das spar ich mir.

Was sind Ihre Erfahrungen? Scannen Sie Ihre Aufzeichnungen ein? Archivieren Sie Papier? Wie verschicken Sie z.B. Dokumente an Ihre Klienten, damit sie auch nach dem Coaching noch damit arbeiten? Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

PS: Michael Lüdeke hat auch eine eigene sehr lesenswerte Homepage.

3 Kommentare

  1. Ich nutze im Coachingnund in der Beratung die Kombination aus Smartpen und iPad.
    Auf dem iPad habe ich die Notizen der letzten Sitzungen (eingelesen über den Smartpen und gespeichert in Evetnote).
    Überhaupt ist Evernote ein für mich existenzielles Programm. Nach Schlagworten sortiert finden sich darin auch Coachingtools und Ideen. Artikel über Coaching etc. Gebe ich zB. Das Wort “Lebenskonzepte” ein, erscheinen alle Tools, mit denen ich über diese reden, sie erarbeiten, Bedenken etc. kann.

    Medien, Bilder, Musik und PDF’s nutze ich tatsächlich auch mit dem iPad.

    Der Smarzpen nimmt alle Notizen auf und schickt sie gleich an Evernote. Wenn der Klient es will/zulässt kann auch parallel dazu aufgenommen werden. Diese stelle ich dem Klienten zur Verfügung. Gerade bei intensiven Sitzungen manchmal gerne gewollt.

    LG Heiko Andreas

Kommentar verfassen