Zukunft Personal 2014

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Und jährlich grüßt ….die Zukunft Personal (in Köln). Der erste Tag war ganz entspannt für mich persönlich. Ich hatte in diesem Jahr endlich die Zeit, mir Vorträge anzuhören und das Angebot der Aussteller intensiv zu begutachten. Natürlich war auch dieses Jahr wieder viel alter Wein in neuen Schläuchen zu bewundern. Aber (natürlich) gab es auch interessante Themen. Hier meine persönlichen Top3/

– HR Technologie / speziell: Gamification
– Rolle von HR (administrativ versus strategisch)
– Assessment der psychischen Belastung von Arbeitnehmern

Es würde mich sehr interessieren, was die Top3 anderer Messebesucher waren. Dafür gibt es die Kommentarfunktion unten auf dieser Seite…

Ein kleines persönliches Highlight von mir ist der brandneue INBEMO der FEEDBACKPEOPLE. Ich habe ihn getestet und bin schwer begeistert: Endlich mal ein seriöses und gleichzeitig attraktives Inventar zur Erfassung berufsbezogener Motive! Well done.

Haben Kaffee-Trinker Probleme, ihre Gefühle auszudrücken?

www.holtmeier.de

Jepp, so könnte man eine aktuelle Studie (Lyvers M, Duric N, & Thorberg FA ,2014) interpretieren. Die Forscher fanden einen interessanten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Kaffee und der Fähigkeit, Gefühle auszudrücken. Alexithymie ist übrigens der psychologisch Fachterminus dafür.

Menschen, die an besagter Schwäche leiden, gaben in der Studie (n=106 Uni-Studenten) an, doppelt so viel Kaffee zu trinken, wie die anderen Studienteilnehmer. Die Autoren der Studie spekulieren, der gesteigerte Kaffee-Konsum könne helfen die insgesamt geringere physische Erregung bei diesen Menschen auf ein Normalmaß hochzuregeln.

Als leidenschaftlicher Kaffee-Vielrinker weiss ich jetzt gar nicht, wie ich mich fühle. Verstört? Oder eher belustigt? Ach, egal.

Literatur: Lyvers M, Duric N, & Thorberg FA (2014). Caffeine use and alexithymia in university students. Journal of Psychoactive Drugs, 46 (4), 340-6.

Eine systemisch-konstruktivistische Sicht auf 360° Feedback-Prozesse

Feedback, speziell auch 360° Feedback, ist ein mächtiges Schwert. Dennoch, an verschiedenen Stellen (z.B. hier und hier und hier) habe ich darauf hingewiesen, dass die Effekte nicht immer den Erwartungen entsprechen. Aus systemtheoretischer Perspektive lassen sich ein paar ganz wesentliche Aspekte ergänzen, die bei der Gestaltung eines maximal wirkungsvollen Feedback-Prozesses berücksichtigt werden sollten.

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Wenn Feedback verpufft: 360° Feedbacks verbessern

Manager geben Mitarbeitern Feedback und diese nutzen diese Rückmeldung, um ihre Arbeit zu verbessern. Schön wäre es!

Der von Angelo S. DeNisi und Avraham N. Kluger schon im Jahr 2000 in der Zeitschrift “Academy of management Executive” erschienen Artikel “Feedback effectiveness: Can 360-degree appraisals be improved” hat von seiner Aktualität nichts verloren und ist daher die Grundlage meines heutigen Beitrags. Die beiden Autoren hatten auch schon 1996 eine Metaanalyse veröffentlicht und festgestellt, dass die Leistung von Mitarbeitern als Reaktion auf ein Feedback in einem Drittel der Fälle nachlässt. Ich hatte über diese Ergebnisse Anfang dieses Jahres etwas geschrieben.

In diesem Blog-Artikel werden Implikationen für die Gestaltung von Feedbackprozessen diskutiert. DeNisi und Kluger empfehlen für alle Feedback-Interventionen:

  1. Den Fokus immer ausschließlich die Aufgabe und die Aufgabenerfüllung legen.
  2. Nicht das Ego der Person verletzen. Kein Feedback zur Person oder zu Aspekten geben, die das Selbstkonzept der Person betreffen.
  3. Informationen einfließen lassen, wie die Leistung konkret verbessert werden kann.
  4. Eine formelle Zielvereinbarung treffen, die sich auf Verhalten in der Zukunft bezieht.
  5. Konzentration auf Informationen zur Leistungsverbesserung (siehe 3) und nicht auf die Leistung im Vergleich zu anderen.

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Warum wir immerzu alles und jeden kritisieren

"The Purpose of Argument" von <a href="https://www.flickr.com/photos/imnotquitejack/5247097960/in/photolist-axqg2k-diDRts-ef4snS-8ZEKqd-mzW7Dk-bKktcr-4RZqeC-6DkyRt-2Z4hWP-71SW98-4Z9gz9-7zwZdZ-5phxEg-51cYnA-pvJTm-5svmbo-4V3hUX-rPdMa-eEz84-V6a5W">jon collier</a>, CC BY-SA 2.0

“The Purpose of Argument” von jon collier, CC BY-SA 2.0

Menschen, die häufig Kritik äußern, haben in den meisten Fällen durchaus verstanden, dass Kritik nicht funktioniert. Warum kritisieren sie trotzdem immer weiter, obwohl sie eigentlich längst hätten frustriert aufgeben müssen?

In diesem Artikel verfolge ich die Auffassung, dass es sich beim Kritisieren um nichts anderes als ein selbstwertschützendes Verhalten handelt. Viele Menschen kritisieren nicht, weil sie mit einem Verhalten nicht einverstanden sind oder eine Einstellung nicht teilen. Sie kritisieren, weil sie sich durch eben dieses Verhalten oder diese Einstellung abgewertet fühlen. Kritische Menschen tendieren dazu, leicht beleidigt zu sein und haben ein starkes Bedürfnis zum Selbstwertschutz.

Die Ursachen liegen in der Kindheit

Es gibt einige Psychologen, die die Meinung vertreten, dass kritische Menschen sehr häufig selbst in ihrer Kindheit von Eltern und anderen wichtigen Personen kritisiert wurden. In jungen Jahren kann diese Kritik besonders schmerzlich sein. Kinder sind noch nicht in der Lage, Kritik an ihrem Verhalten von gänzlicher Zurückweisung ihrer Person zu unterscheiden. Dabei hilft es auch nicht sonderlich, wenn Eltern sich bemühen, zwischen beidem zu unterscheiden: “Du bist ein gutes Mädchen, aber was du gerade getan hast, das ist schlecht…”. Das Kind fühlt sich so oder so minderwertig.

Im Verlauf der kindlichen Entwicklung versuchen diese Kinder häufig, den emotionalen Schmerz zu kontrollieren, indem sie besonders selbstkritisch werden. Denn selbst zugefügter Schmerz ist allemal besser als unvorhersehbare Zurückweisungen durch wichtige/geliebte Bezugspersonen.

Im frühen Erwachsenenalter beginnen diese Kinder sich dann mit den kritisierenden Erwachsenen zu identifizieren und werden selbst zu Menschen, die andere kritisieren.

So hart und unerbittlich die erwachsenen Kritisierer zu anderen sind, sind diese Menschen meist auch zu sich selbst. Die meisten besonders kritischen Menschen sind auch sehr selbstkritisch! Erkennt sich hier jemand wieder?